Die Geschichte Maltas
Malta – Ein Schmelztiegel der Kulturen
Malta – Jahrtausende Geschichte sichtbar an jeder Ecke
Die drei kleinen Inseln im Mittelmeer haben trotz ihrer geringen Größe einiges zu bieten. Nicht nur Sonne, Sand und Strand locken Besucher hierher, sondern auch die mittelalterliche Kultur des Landes. Durch die einflussreiche britische Kolonialherrschaft ist Englisch als Amtssprache stark verbreitet. Aus diesen Gründen ist Malta heutzutage ein beliebtes Ziel für Schülersprachreisen.
Nur wenige sprechen von der wechselvollen Geschichte die die maltesische Bevölkerung in ihrer Entwicklung beeinflusst hat. Viele Völker haben im Laufe der Geschichte ihre Spuren auf den Inseln hinterlassen – Phönizier, Römer, Araber, Normannen, die Kreuzritter des Malteserordens, Franzosen und schließlich Briten. Jede dieser Kulturen hat das Land geprägt und macht Malta zu einem einzigartigen Ort an dem Geschichte buchstäblich an jeder Ecke sichtbar ist.
Die maltesische Sprache ist ein direktes Ergebnis dieser wechselvollen Geschichte: Maltesisch ist eine semitische Sprache mit arabischen Wurzeln – entstanden während der arabischen Herrschaft (870–1090 n.Chr.). Im Laufe der Jahrhunderte wurden sizilianische, italienische, spanische und schließlich englische Einflüsse aufgenommen. Maltesisch ist heute die einzige semitische Sprache die in lateinischer Schrift geschrieben wird.
Die Geschichte Maltas – Zeitlinie
ca. 5.200 v.Chr. – Erste Besiedlung
Erste Siedler erreichen Malta vermutlich von Sizilien aus. Beginn einer der ältesten menschlichen Siedlungsgeschichten Europas.
ca. 3.600–2.500 v.Chr. – Tempelzeit
Bau der megalithischen Tempel – Hagar Qim, Mnajdra, Ggantija, Tarxien und das Hypogäum. Diese Bauwerke sind älter als Stonehenge und die ägyptischen Pyramiden. UNESCO-Welterbe.
800 v.Chr. – Phönizier
Die Phönizier besiedeln Malta und nutzen es als Handelsstützpunkt im zentralen Mittelmeer. Der Name „Malta" geht möglicherweise auf das phönizische Wort für Hafen (Maleth) zurück.
218 v.Chr. – Römer
Malta wird Teil des Römischen Reiches. 60 n.Chr. strandet der Apostel Paulus auf Malta – ein Ereignis das bis heute in der maltesischen Identität verankert ist.
870–1090 n.Chr. – Arabische Herrschaft
Arabische Emire regieren Malta. Diese Periode prägt die maltesische Sprache fundamental – Maltesisch hat arabische Wurzeln. Viele Ortsnamen auf Malta sind arabischer Herkunft.
1090 – Normannen
Roger I. von Sizilien erobert Malta. Beginn einer langen Verbindung mit dem normannisch-sizilianischen Königreich. Mdina wird Hauptstadt.
1530 – Malteserorden
Kaiser Karl V. übergibt Malta dem Orden der Johanniter (Malteserorden) als Lehen. Der Orden macht Malta zur stärksten Festung des Mittelmeers.
1565 – Große Belagerung
Das Osmanische Reich greift mit 40.000 Mann an. Die 9.000 Verteidiger unter Großmeister Jean de la Valette halten vier Monate stand. Ein europäischer Wendepunkt.
1566 – Gründung Vallettas
Nach der Großen Belagerung wird Valletta als neue Hauptstadt gebaut – eine der stärksten Festungsstädte Europas. Heute UNESCO-Welterbe.
1798–1800 – Napoleon
Napoleon Bonaparte nimmt Malta kampflos ein. Die kurze französische Herrschaft endet nach maltesischem Aufstand und britischer Intervention.
1800–1964 – Britische Kolonialherrschaft
Malta wird britische Kronkolonie. Strategisch wichtiger Marinestützpunkt. Im Zweiten Weltkrieg bombardiert und ausgehungert – das Georgskreuz für die gesamte Bevölkerung.
1964 – Unabhängigkeit
21. September 1964: Malta wird unabhängig. 1974: Republik ausgerufen.
2004 – EU-Beitritt
1. Mai 2004: Malta tritt der Europäischen Union bei. 2008: Einführung des Euro.
Maltas Geschichte erleben: Valletta (1566 gegründet, UNESCO-Welterbe) ist ein lebendes Geschichtsbuch. Das Kriegsmuseum erzählt von der Belagerung im WWII. Das Nationalmuseum für Archäologie zeigt Funde aus den Tempeln. Und das Hypogäum – 3.000 Jahre alt, vorab buchen! – ist einer der beeindruckendsten Orte ganz Europas.